Allgemeines:
Guten Abend hier ein paar Zeilen über Frettchen.
Das
Frettchen gehört zur Familie der Marder und stammt vom Iltis ab.
Zur Familie der Marder gehören auch die Wieselartigen, die wiederum
in die Gattung der Erd- und Stinkmarder zu unterteilen sind. Zu einer
weiteren Untergattung gehören unter anderem auch der Iltis und das
Frettchen. Der Stammvater des heute bekannten Frettchens ist wahrscheinlich
der europäische Waldiltis. Das Frettchen ist nichts weiter als eine
durch jahrhundertlange Zähmung und Züchtung in Gefangenschaft
entstandene Haustierform des Waldiltis. Es stellt eine durch Mutation
entstandenen albinotischen Typ (Albino) des Iltis dar. Albinos sind Tiere
die ohne jegliche Farbpigmente geboren werden, so dass Fell oder das Federkleid
reinweiss sind und ihre Augen durch die pigmentfreie Regenbogen- und Netzhaut
rot erscheinen. Die unter dem Nahmen Iltisfrettchen bekannten Tiere sind
Kreuzungsprodukte aus Albino und dem wilden Iltis. Diese Tiere tragen
weitgehend die typischen Fellzeichnungen des Iltis und sind durch die
jahrelange Zucht heute genauso zahm und als Haustier geeignet wie das
Albinofrettchen. Schon bevor die Katze als Mäuse- und Rattenfänger
eingesetzt wurde, war den Menschen das Frettchen als geschickter Räuber
bekannt. Da der Iltis besonders flink und schnell den Hof von einer Mäuseplage
befreite, begann man planmässig, Iltisse zu züchten, um sie
in Gefangenschaft jederzeit zur Jagd verwenden zu können. Bald versuchte
man, Frettchen zur Jagd auf Wildkaninchen einzusetzen, da sie als besonders
kleine Jagdgehilfen schnell und unkompliziert durch die unter der Erde
liegenden Kaninchenbaue stöbern können und so die Kaninchen
zur Flucht veranlassen. Die vor den Bauen postierten Jäger sind nun
in der Lage, die flüchtenden Kaninchen zu erlegen. Wo das Frettchen
zuerst auftrat, ist kaum noch nachzuvollziehen, da an vielen verschiedenem
Orten des Mittelmeerraumes der Iltis und sein weisser Abkömmling
schon früh gehalten und gezüchtet wurden. Es ist aber eindeutig,
dass dort wo eine grössere Zahl von Wildkaninchenpopulation lebte,
stets auch Frettchen gehalten wurden. Das Frettchen ähnelt in seinem
Körperbau dem freilebenden Waldiltis. Es ist langgestreckt und muskulös,
steht auf kurzen, stämmigen Branten, die jeweils fünf Zehen
aufweisen. Der Kopf besteht aus einem relativ kurzen Gesichtsschädel,
der nach vorne hin spitz zuläuft. Die Nasenspitze soll sowohl beim
Albinofrettchen als auch beim Iltisfrettchen fleischfarben sein. Die Rute
(Schwanz) ist behaart, läuft zum Ende hin spitz zu und erreicht nicht
die hälfte der gesamten Körperlänge. Der Körper misst
bei zierlichen Fähen etwa 25 bis 40 cm, Rüden dagegen werden
oft bis zu 60 cm lang. Das Gewicht beträgt bei Fähen 550 bis
850 Gramm, Rüden werden meistens von 1900 Gramm bis 2200 Gramm schwer.
top
Pflege:
Bei uns in der Schweiz braucht man eine Wildtierhaltebewilligung,
was ich auch gut finde. Wenn Sie Ihr Frettchen dann endlich beim Züchter
abholen, ist in den ersten Tagen der Eingewöhnung auf einige Punkte
zu achten. Setzen Sie das Frettchen während der Heimfahrt in den
vorbereiteten Transportkasten. Falsch wäre es, das Tier auf dem Schoss
zu transportieren. Sprechen Sie beruhigend auf das Frettchen ein und streicheln
Sie es gegebenenfalls. Schon jetzt können Sie es bei seinem Rufnahmen
nennen, damit es sich von Anfang an, an ihn gewöhnt. Zuhause angekommen,
ist der Käfig schon mit Futter und Wasser vorbereitet, auch die Schlafkiste
sollte mit Nistmaterial ausgepolstert sein. Setzen Sie das Tier behutsam
in sein neues Heim, streicheln Sie es ein wenig und reden Sie mit ihm.
Auch wenn das Frettchen den Sinn Ihrer Worte nicht versteht, so nimmt
es doch die beruhigende Wirkung Ihrer Stimme auf. Denken Sie daran dass
das Frettchen erst kürzlich von seiner Mutter und den Geschwistern
getrennt, dann in eine Kiste verpackt und schauckelnd in eine fremde Behausung
transportiert wurde. Es ist verständlich, dass es nach alldem aufgeregt
ist und vielleicht aus Angst einmal zuschnappen wird. Am besten Sie ziehen
sich jetzt für einige Stunden zurück, damit das Frettchen sein
neues Reich in Ruhe untersuchen und beschnuppern kann. Das Tier braucht
Zeit, um sein neues Zuhause kennen zu lernen. Zeigen Sie Ihren neuen sicherlich
ungewöhnlichen, Hausgenossen nicht gleich allen Bekannten und lassen
Sie ihn nicht von neugierigen Kindern durch Streicheln zusätzlich
aufregen. Verschieben Sie diese Dinge auf später, es wird noch genug
Zeit sein, allen das Frettchen vorzustellen. Am nächsten Tag können
Sie das Frettchen aus seinem Käfig herausnehmen und vorsichtig auf
dem Arm tragen. Jetzt wird es Gelegenheit haben, Sie durch Körperkontakt
kennenzulernen. Lassen Sie es auch schon einmal in einem geschlossenem
Raum, in dem eine Klokiste aufgestellt ist, laufen. Nehmen Sie sich in
den nächsten Tagen, sehr viel Zeit für ihren neuen Hausbewohner.
Frettchen sind sehr reinliche Tiere. Dies merkt man schon daran, dass
sie ihr Geschäft nur in einer Ecke des Käfigs verrichten. Das
Fell der Tiere bedarf keiner speziellen Pflege, Frettchen putzen sich
selbst sehr ausgiebig. Lediglich während des Fellwechsels im Frühjahr
und Herbst sollten Sie das tote Haar mit einer weichen Bürste durch
sorgfältiges Bürsten mit dem Strich entfernen. Gelegentlich
sind auch die Ohren auf Verschmutzung oder Parasiten hin zu untersuchen
und eventuell mit einem Wattestäbchen zu säubern. wenn der Verdacht
auf Milben besteht, kontaktieren Sie Ihren Tierarzt er wird Ihnen sicherlich
weiter helfen. Gegen Ohrmilben hat sich (Otiprin n), breit wirksame Ohrentropfen
gegen Parasiten sehr gut bewährt. Wenn das Frettchen seine Krallen
nicht im Garten oder beim Spazieren gehen ausreichend abnutzen kann, müssen
diese regelmässig geschnitten werden, um nicht beim Laufen behindernd
zu wirken. Sie können die Krallen von einem Zoofachhändler oder
einem Tierarzt schneiden lassen. Wenn Sie geschickt sind, können
Sie es sogar einmal selbst versuchen. Am besten arbeiten Sie beim Krallenschneiden
zu zweit. Eine Person hält das Frettchen, die andere schneidet. Halten
Sie die Brante
des Frettchens so ins Licht, dass Sie die einzelnen Blutgefässe sehen
können. Zwicken Sie dann den Hornteil kurz vor den Blutgefässen
ab. Achten Sie besonders auf diese Gefässe, da diese wenn sie verletzt
werden, dem Frettchen erhebliche Schmerzen zufügen. Sind Sie sich
bei der Ausführung dieser Arbeit nicht ganz sicher, dann lassen Sie
sich diesen Vorgang von einem Tierarzt genau erklären. Zum Krallenschneiden
eignen sich kleine Fussnagelknipser oder Spezialzangen, die in jedem Zoofachgeschäft
erhältlich sind. top
Ernährung:
Frettchen sind als Raubtiere in erster Linie Fleischfresser
und damit auf einen hohen Eiweiss- Proteinanteil in der Nahrung angewiesen.
Gegenüber anderen Räubern weisen sie einige wichtige anatomische
Eigenheiten des Verdaungstracktes auf, die bei der Ernährung zu berücksichtigen
sind. Im Verhältnis zur Körperlänge besitzen Frettchen
einen äusserst kurzen Magen-darm-kanal, bei dem der Blinddarm völlig
fehlt. Die Anteile des Dünndarms gehen ohne deutliche anatomische
Grenze in den Dickdarm über. Die Verweildauer von Futter im Darm
beträgt nur ungefähr drei Stunden,  wenig
Zeit für eine gründliche Aufschliessung der Nahrungsbestandteile
durch Verdauungsenzyme und bakterielle Prozesse. Allein aus diesem Umstand
ergibt sich die Forderung, dass Frettchen mehrfach am Tag mit einem sehr
nährstoffreichen, hochwertigen und leichtverdaulichen Futter versorgt
werden sollten. Viele ältere Frittchenbesitzer sind auch heute noch
der Meinung, dass eingeweichte Weissmehlbrötchen mit frischer Milch
das einzig wahre Futter sei. Dies ist natürlich grundsätzlich
falsch. Auch der freilebende Iltis ernährt sich in der Regel von
animalischer Beute wie Mäusen, Kleinvögeln, Fröschen, Kaninchen
und auch Kriechtieren, was einer sehr protein- und fettreichen, aber kohlenhydratarmen
Ernährungsweise entspricht. Einseitig oder fleischarm oder - los
ernährte Frettchen zeigen schon nach kurzer Zeit Mangelerscheinungen,
die Stoffwechselstörungen zur Folge haben, stumpfes Fell und einen
schlechten Allgemeinzustand. Zur gesunden und artgerechten Fütterung
gehört eine vielseitige und vor allem abwechslungsreiche Kost auf
den Frettchentisch. Das ausgewogene Futter sollte zu mindestens 80% aus
Muskelfleisch und maximal 20% aus Pflanzlichen Anteilen bestehen.
Der Zoofachhandel bietet heute eine grosse Anzahl fertiger
Alleinfuttermittel als Dosen oder Trockenfutter
an, die speziell auf die besonderen Ernährungsbedürfnisse von
Hund und Katze abgestimmt sind. Diese Fertignahrungen sind nach den modernsten,
wissenschaftlichen Erkenntnissen der Tiernahrung speziell zusammengesetzte
Futtermittel, die alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine, Mineralien
und Spurenelemente enthalten und für die entsprechende Tierart keiner
Aufwertung durch Zusatzstoffe bedürfen. Die Tiernahrung wird unter
veterinärmedizinischer Kontrolle und den sehr strengen Vorschriften
des deutschen Futtermittelgesetzes hergestellt. Ein ausgewachsenes Frettchen
benötigt etwa zwischen 150 und 200 Gramm Futter pro Tag. Für
die Fütterung von Frettchen ist besonders die Fertignahrung für
Katzen geeignet. Dosennahrung ist in verschlossenem Zustand leicht und
besonders lange lagerfähig. Durch einen Feuchtigkeitsgehalt von ungefähr
80% (d.h. vier Fünftel des Doseninhaltes sind Wasser!) kann das Frettchen
seinen Flüssigkeitsbedarf fast vollständig über das Dosenfutter
decken. Es sollte aber dennoch stets frisches Trinkwasser zur Verfügung
haben. Dosenfutter für Katzen gibt es in einer sehr reichen Auswahl
an Geschmacksrichtungen, so dass eine abwechslungsreiche Gestaltung des
Speiseplans möglich ist. Die Zusammensetzung ist bei allen Sorten
nahezu identisch, denn der nahmen- und geschmackgebende Anteil (z.B. Huhn,
Lachs, Rind oder Kaninchen) macht meist weniger als 5% aus. Nachteilig
sind die weiche Konsistenz und der Gehalt an Karamell- und Zuckerstoffen,
was zu vermehrter Zahnsteinbildung und Zahnschädigung führt.
Bei Zimmertemperatur ist der Verderb des Dosenfutters rasch, so dass Futterreste
stets sofort beseitigt werden sollten. Da Frettchen auch dazu neigen,
gelegentlich Futter in die Schlafkiste zu bunkern, sollten Sie auch die
Schlafkiste täglich kontrollieren.
top
Verhalten:
 Frettchen
sind von Natur aus sehr gesellige Tiere. Sie tollen gerne zu zweit oder
zu mehreren in ihrem Käfig herum und geniessen es regelrecht, aneinandergekuschelt
in ihrer Schlafkiste zu dösen. Ein einzeln gehaltenes Frettchen benötigt
sehr viel mehr Zuwendung und Auslauf als Tiere, die zu mehreren in einem
Käfig gehalten werden. Dennoch rate ich jedem ab ein einzelnes Frettchen
zu kaufen da es sehr unglücklich wäre. Das Leben eines Zuchtpaares
kann sehr harmonisch und ohne grössere Probleme verlaufen. Die Partner
fressen gemeinsam, putzen sich gegenseitig und verteidigen ihr Revier,
in unserem Fall den Käfig gemeinsam gegen Eindringlinge. Wenn irgendwie
möglich halten Sie zwei Frettchen. Zwei Tiere benötigen nicht
viel mehr Platz und Futter als ein einzeln gehaltenes Frettchen. Haben
Sie sich dazu entschlossen, zwei Tiere bei sich aufzunehmen, dann sollten
Sie auf folgendes achten. Rüden vertragen sich meist nicht, ( habe
aber die Erfahrung gemacht dass sich zwei Rüden oder mehr wohl vertragen,
dass heisst wenn sie mit ca. 9 Monate kastriert werden, gibt es keine
Probleme.) Hatte mal über 2 Jahre 5 Rüden alles Brüder
aus einem Wurf, 
waren von klein an zusammen und nicht mal kastriert, ging alles wunderbar
so lange keine Fähe dazu kommt. Auch zwei Fähen könnten
sich in der Paarungszeit gegenseitig stören, so dass es zu Beissereien
und Kämpfen kommen kann. Jedoch sind auch etliche Fälle bekannt,
wo zwei und mehr Fähen ohne Schwierigkeiten zusammenleben. Also die
beste Lösung ist ein Paar zu halten. Eine Frettchen Ehe verläuft
ohne Probleme, und wenn Sie nicht unbedingt Jungtiere aufziehen möchten,
sollten Sie beide ca. mit 9 Monate kastrieren, da es bei den Fähen
zu grossen Problemen kommen kann wenn man Sie nicht kastriert betreff
( Dauerranz. )
Es kommt nicht selten vor dass Tierfreunde, die schon
andere Haustiere besitzen, sich fragen, ob und mit welchen anderen Tieren
das Frettchen zusammen leben kann. Zierfische, ständig in Terrarien
gehaltene Amphibien und Reptilien können ungehindert mit Frettchen
zusammen gehalten werden. Problematischer wird es, wenn das Frettchen
dass ja ein Raubtier ist, mit Nagetieren wie Hamstern, Meerschweinchen,
Mäusen und Kaninchen in einem Haushalt wohnen soll. Das Frettchen
sieht diese als Jagdbeute an und würde solche Haustiere angreifen
und sogar töten. Dies ist verständlich schliesslich lebt ein
Waldiltis von Vögeln und Nagetieren. Das Frettchen hat diesen Jagdtrieb
geerbt. Es wird sich bei Gelegenheit genauso verhalten wie der Iltis.
Frettchen und Nagetiere dürfen deshalb auf keinen Fall gemeinsamen
Freilauf geniessen. Auch der Käfig der( Beute) muss ausreichend gesichert
sein, damit das Frettchen ihn nicht öffnet und es zum tragischen
Unfall kommen kann.
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Kinder und Frettchen:
Frettchen
sind keine Spieltiere für Kinder, trotzdem kann man Kinder mit Frettchen
vertraut machen, wenn Sie mindestens 10 Jahre alt sind. Die Kinder sollten
über Eigenarten und Verhaltensweisen der Frettchen genaustens unterrichtet
werden, da bei falscher Handhabung das Frettchen aus Angst oder Erschrockenheit
zuschnappen kann. Haben die Kinder gelernt, mit Frettchen richtig und
vertrauensvoll umzugehen, kann das Frettchen auch für Kinder ein
interessanter Hausgenosse werden. Helfen die Kinder Ihnen beim täglichen
Füttern und Pflegen der Tiere lernen sie schon früh, Verantwortung
gegenüber einem lebenden Wesen zu übernehmen. Psychologen befürworten
sogar, Kinder schon frühzeitig mit Tieren in Kontakt zu bringen,
um sie so mit einer verantwortungsvollen Aufgabe zu beschäftigen.
top
Krankheiten:
Frettchen sind von Natur aus sehr wiederstandsfähig und robust. Bei
artgerechtre Haltung und verantwortungsvoller Pflege wird ein gesundes nicht
vorbelastetes Frettchen selten krank. Doch gibt es einige Virus und bakteriell
bedingte Krankheiten, gegen die Frettchen recht anfällig sind. Jährliche
Schutzimpfungen beugen zum Teil lebensbedrohlichen Infektionskrankheiten
vor und sind deshalb dem Frettchenhalter unbedingt zu entfehlen. Es gibt
auch Zeiten besonderer Belastung, in denen Sie das Frettchen noch sorgsamer
als sonst pflegen müssen. Seine Wiederstandsfähigkeit ist dann
herabgesetzt, wenn dem Körper eine erhöhte Leistung abverlangt
wird. Das trifft zu für Jungtiere, für Fähen während
der Säugezeit, beim Haarwechsel sowie bei plötzlich auftretenden
Klimaveränderungen, denen sich ein Frettchen nicht unmittelbar anpassen
kann. Die besten Vorbeugemassnahmen, die wesentlich zur Gesunderhaltung
beitragen, sind artgemässe Haltung, Fütterung und Pflege, so wie
ich sie schon oben erwähnt habe.
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Die ersten Krankheitszeichen:
Wenn Sie sich regelmässig mit Ihrem Frettchen beschäftigen,
wird Ihnen eine Veränderung im Verhalten und Erscheinungsbild sofort
auffallen. Kommt es wie immer schnell aus seiner Schlafkiste geschlüpft,
wenn Sie es füttern möchten? Hat es einen guten Appetit, ist es
lebhaft und munter? Ist seine Verdauung in Ordnung? Hat das Frettchen keinen
Durchfall oder Verstopfungen? Ist sein Fell glatt, dicht, seidig und glänzend:
Frei von jeglichem Ungeziefer? Sind die Augen sauber und wach? Befindet
sich Schmutz oder Milben in den Ohrmuscheln? Hockt es teilnahmslos in seiner
Schlafkiste, frisst es schlecht oder gar nicht, ist sein Blick trübe
und starr, der Bauch aufgebläht oder sehr abgemagert? Kratzt es sich
ständig, atmet es unregelmässig, zeigt es sonstige auffällige
Verhaltensweisen. Beobachten Sie Ihr Frettchen genau, damit Sie rechtzeitig
eine mögliche Erkrankung erkennen und frühzeitig mit einer Therapie
durch einen Facharzt beginnen können. top
Entwurmung:
Frettchen werden oft von Spulwürmer befallen. Erwachsene
Tiere infizieren sich durch die Wurmtiere, die Sie durch die Nahrung oder
vom Fell aufnehmen. Frettchenwelpen werden meist direkt durch die Muttermilch
mit Wurmlarven infiziert. Würmer schwächen die Wiederstandskraft
gegen Infektionskrankheiten und können den Impfschutz beeinträchtigen.
Es ist deshalb ratsam dass Sie Ihre Frettchen mit einer handelsüblichen
Entwurmungspaste wie (Banminth Katze) nach Packungsvorschrift entwurmen.
Welpen sollten sobald sie beginnen feste Nahrung aufzunehmen, in Abständen
von einer Woche nach Packungsvorschrift entwurmt werden.
Impfplan für Frettchen:

top
Tollwut und Staupe:
Tollwut ist eine anzeigepflichtige Viruserkrankung, die durch Bisse auf
andere Tiere und sogar auf Menschen übertragen wird. Frettchen können
sich durch einen Hundebiss oder durch Bisse von Mardern, Füchsen
und Wildkaninchen bei der Frettierjagt im Bau infizieren. An Tollwut erkrankte
Frettchen sind stark erregt und meist bissig. Im späteren Krankheitsverlauf
werden sie apathisch und gelähmt. Besteht der Verdacht, dass das
Frettchen Tollwütig ist, muss es sofort zu einem Tierarzt gebracht
werden. Bestätigt sich die Annahme, sind erkrankte Tiere unverzüglich
einzuschläfern. Eine Schutzimpfung gegen Tollwut ist ab der dreizehnten
Lebenswoche möglich und sollte bei Freigängern und Haltung in
einem Aussengehege einmal jährlich vorgenommen werden.
Frettchen die an dem Staupe- Virus erkranken, sind meist
auch aphatisch, verweigern ihr Futter und schlafen mehr als üblich.
Fieber, Augen und Nasenfluss sind weitere Symptome für eine Staupeerkrankung.
Später stellen sich noch verkrustete Ekzeme an den Extremitäten
ein, wobei der Krankheitsverlauf meist so schwächend für das
Tier ist , das es nach wenigen Tagen eingeht. Eine erfolgreiche Behandlung
durch einen Tierarzt ist bis heute noch nicht möglich. Um dieser
tödlichen Infektion vorzubeugen, sollte man Frettchen schon ab der
sechsten Woche Schutzimpfen lassen. Die zweite Impfung der Welpen erfolgt
dann in der Regel im Alter von zwölf Wochen. Da eine geimpfte Fähe
den Impfschutz gegen Staupe in den ersten Lebenswochen der Welpen auf
diese übertragen, sollte man sämtliche zur Zucht verwanten Fähen
impfen lassen. Die Schutzimpfung gegen Staupe ist jährlich zu wiederholen.
Achten Sie bitte darauf, dass Hunde und Katzen, die mit Frettchen in näheren
Kontakt kommen, ebenfalls gegen Staupe schutzgeimpft sind. top
Influenza:
Frettchen sind für menschliche Grippeviren empfänglich. Dabei
kann sowohl der erkrankte Halter sein Frettchen, aber auch umgekehrt das
Tier den Menschen anstecken, was als ( Anthropozoonose) bezeichnet wird.
Die behandlungsbedürftige Infektion dauert ein bis zwei Wochen und
ist mit Fieber, Nasenfluss und Apathie meist auf den oberen Atmungstrakt
beschränkt. Eine Impfung der Tiere dagegen ist nicht möglich.
Besonders Frettchen die im Freien gehalten werden, sind
oft von sogenannten Parasiten befallen, die dem Tier meist unangenehm
sind und auch dem Besitzer keine Freude machen, da sie sich auch in der
Wohnung niederlassen können. Im folgenden habe ich einige Parasitenarten
aufgeführt. Frettchen die von Flöhen befallen werden, kratzen
sich viel, zeigen Hautveränderungen sowie Rötungen und sind
infolge des starken Juckreizes nervös. Tiere, die ständigen
Kontakt zu Hunden oder Katzen haben, können sich mit speziellen Hunde
oder Katzenflöhen infizieren. Flöhe können darüber
hinaus Überträger von Bandwurmeiern sein. Gut wirkende Flohmittel
erhalten Sie beim Tierarzt. Empfehle (Biokill) sehr verträglich und
wirkt mehrere Monate. Wichtig ist vor allem, dass Sie die Schlafkiste
und den gesamten Käfig besonders gut desinfizieren, um sicher zu
gehen, dass Sie auch sämtliche Floheier und Larven abgetötet
haben. Zecken lassen sich von Büschen oder Gräsern auf die Tiere
fallen, oder kriechen von draussen in den Käfig. Sie verbeissen sich
in der Kopfhaut oder an anderen Körperpartien, um Blut aus ihren
Opfern zu saugen. Nach wenigen Tagen haben sie sich schon so voll Blut
gesogen, dass sie dem Besitzer meist als erbsengrosses, grauglänzendes
Gebilde auffallen. Um die Zecke schadlos aus der Haut entfernen zu können,
sollten Sie eine spezielle Zeckenzange verwenden. Durch mehrfache Drehung
in beliebiger Richtung ohne Zug kann das Tier mit dem Kopf ohne Quetschung
entfernt werden. Jede Vorbehandlung mit Öl oder anderen Mitteln führt
wie das Quetschen des Zeckenkörpers mit der Pinzette dazu, dass die
Zecke ihren mit Infektionserregern angereicherten Speichel in der Blutbahn
des Wirtstieres entleert. Achten Sie auch darauf, dass Sie auch den Kopf
der Zecke entfernen, da er schnell zu eitrigen Entzündungen führen
kann, wenn er in der Haut stecken bleibt.
Ohrmilben setzen sich in den Ohrmuscheln der Frettchen
fest und verursachen übelriechende Ausflüsse und Krustenbildungen.
Häufig leiden befallene Frettchen unter starkem Juckreiz und kratzen
sich blutig. Schwarze Verkrustungen im Ohr weisen fast immer auf Ohrmilben
hin, die dann mit einer Milbenpaste, (Otiprin N ) Lösung die bei
jedem Tierarzt erhältlich ist und behandelt werden müssen. Räudemilben
dabei kommt es unter heftigem Juckreiz zum Befall des ganzen Frettchen
Körpers mit Haarverlust und borkigen Hautauflagerungen. Auch die
lokale Erkrankung der Pfoten ist möglich.
Herzerkrankungen erste Anzeichen einer möglichen
Herzerkrankung sind ein Erhöhtes Schlafbedürfnis, verminderte
Ausdauer, verstärkte Atemtätigkeit oder Gewichtsverlust sind
meist keine normalen Veränderungen im Rahmen des Alterungsprozesses,
sondern Folgen einer fortschreitenden Herzmuskelerkrankung. Das Herz als
zentrale Pumpe des Kreislaufsystems verliert dabei zunehmend die Fähigkeit,
sich unterschiedlichen Belastungen anzupassen. Immer weniger Blut wird
dabei in die Lungen zum Sauerstoffaustausch oder in den Körperkreislauf
befördert. Der Rückstau von sauerstoffarmem Blut vor dem Herzen
führt zu lebensbedrohlichen Störungen des Körperkreislaufes
mit Flüssigkeitsergüssen in Bauch oder Brusthöhle. Frettchen
in der zweiten Lebenshälfte sollten deshalb mindestens einmal im
Jahr im Rahmen der Jahresimpfungen einer gründlichen Allgemeinuntersuchung
mit Kontrolle des Herz / Kreislaufsystem unterzogen werden. Moderne diagnostische
Möglichkeiten erlauben auch beim Frettchen eine Frühzeitige
Diagnose und eine effektive Therapie der gestörten Herzfunktion.
top
Zucht:
Bei vielen Tierfreunden, die eine Zeitlang eine Tierart mit Erfolg gepflegt
haben, entsteht der Wunsch, es auch einmal mit der Zucht zu versuchen.
Erst die erfolgreiche Aufzucht von Jungtieren gibt Ihnen das Gefühl,
die Tiere besonders gut und umsorgend gepflegt zu haben. Meist ist es
die Freude am Beobachten der biologischen Abläufe von Trächtigkeit
und Geburt bei Tieren, die es so reizvoll machen, Nachwuchs aufzuziehen.
Bevor Sie sich aber entscheiden, mit Ihrem Frettchen zu züchten,
sollten Sie einige wesentliche Dinge beachten und vorher überlegen,
was mit der Aufzucht von jungen Frettchen auf Sie zu kommt. Ich kann Ihnen
sagen es ist ein ziemlicher Arbeitsaufwand, der zusätzlich auf Sie
zukommt. Denken Sie daran, dass es nicht nur Freude bereitet, Frettchen
aufzuziehen. Vielleicht werden Sie Ihre Fähe von einem fremden Rüden
decken lassen, oder Sie besitzen sogar einen eigenen Deckrüden. Folglich
brauchen Sie zuerst einmal viel Platz. Mindestens zwei Käfige für
das Pärchen und nochmals einen für die Welpen, wenn diese im
Alter von acht bis zwölf Wochen von der Mutter getrennt werden. Haben
Sie ausserdem daran gedacht ob Sie in der Zeit, in der die Jungen geboren
werden, auch selbst genügend freie Zeit haben, um sich um die Welpen
und die säugende Fähe kümmern zu können? Sie müssen
auch daran denken, dass die Welpen alle an gute Plätze weitervermittelt
werden müssen und dass Sie nicht alle Welpen behalten können.
Obschon ich am liebsten alle behalten möchte. Die Mutter benötigt
in der Trag und Säugezeit viel Aufmerksamkeit und besonders nahrhaftes
Futter. Haben Sie dafür Verständnis? Ab einem Alter von etwa
drei Wochen müssen die Welpen mindestens dreimal täglich gefüttert
werden. Wer hilft Ihnen dabei, falls Sie berufstätig sind?
Nicht jedes Frettchen ist zur Zucht geeignet. Manche
Tiere sind von Geburt an unfruchtbar, andere wiederum neigen zu Kannibalismus
und fressen ihren Nachwuchs nach der Geburt auf. Sie sollten deshalb den
Nachwuchs planen und die Elterntiere sorgfältig aussuchen, die ohne
grössere Komplikationen ihre Welpen aufziehen werden. dabei sollten
Sie folgende Punkte beachten, damit der züchterische
Erfolg gesichert ist. Beide Elterntiere müssen völlig gesund
sein und dürfen keine Erbkrankheiten aufweisen. Die Tiere sollten
sich zum Zeitpunkt der Verpaarung nicht im Haarwechsel befinden, dieser
belastet sie nur zusätzlich. Das Alter der Zuchttiere spielt eine
grosse Rolle. Frettchen werden zwischen dem neunten und zwölften
Lebensmonat geschlechtsreif. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie Wurfgeschwister
demnach spätestens voneinander trennen, um Inzucht zu vermeiden.
Fähen die zu früh gedeckt werden, können davon Schäden
erleiden und sind oft schlechte Muttertiere, die ihren Nachwuchs vernachlässigen
oder gleich nach der Geburt auffressen. Ich rate Ihnen deshalb, die Fähe
erst in einem Alter von zwölf bis fünfzehn Monaten, je nach
Jahreszeit, decken zu lassen. Sie ist dann in der Lage ihre Jungtiere
ordnungsgemäss zu gebären und aufzuziehen.
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